Die Chronik

Auszug aus der Gemeindechronik der Marktgemeinde St. Veit am Vogau

Durch das aufkommende sportliche Interesse der damaligen Jugend in den 60er Jahren und den genormten Sportstättenmassen kam der Drang nach einer eigenen Sportstätte auf. Durch die Zusammenarbeit von Kirche, Gemeinde und dem fürstbischöflichen Ordinariats Graz, konnte die Fläche des heutigen Sportplatzes gepachtet werden.

Die St. Veiter Turn und Sportunion wurde im Jahre 1964 gegründet. Diese Sportunion bestand anfangs aus einer Sektion Leichtathletik und einer Sektion Fussball. Weiters gab es auch eine Faustballmannschaft. Der erste Obamm war der damalige Wasserbaumeister Karl Lazian sen.

Die Sportstätte verfügte über einen Sportplatz und eine 400m Laufbahn. Diese war damals die einzig benützbare ihrer Art südlich von Graz. Weiters gab es noch eine Hochsprung-, Weitsprung-, Stoß- und Werferanlage. Durch die für damalige Verhältnisse einzigartige Sportanlage, konnten einige große Bewerbe auf ihr ausgetragen werden. Dazu zählten 1965 die steirischen Geländelaufmeisterschaften bei denen über mehrere Rundkurse an die 150 LäuferInnen teilnahmen. Im selben Jahr wurden auch die steirischen Landjugendmeisterschaften durchgeführt bei denen auch über 300 Sportbegeisterte beteiligt waren. Das rege Interesse an der Leichtathletik verflachte sich leider in den 70er Jahren.

Die erste Unterkunft für die Sportler war ein Schweinestall. Nach einem Meisterschaftsjahr gelang es über die Gemeinde ein Grundstück für den Bau eines Sporthauses anzukaufen. Bereits 1965 wurde der Spatenstich von LAbg. Dr. Heidinger vorgenommen. Die finanziellen Mittel konnten durch Faschingsumzüge und Sommerfeste eingenommen werden. Eingeweiht wurde das Sporthaus, nach zahlreichen entgeltlosen Arbeitsstunden, am 6. Juli 1974 durch Pfarrer Hartbauer.

In den Jahren 1993 bis 1996 wurde es generalsaniert. Im Laufe dieser Sanierung wurde ein Abstellraum und ein WC für Besucher angebaut. Weiters wurden die Duschanlagen, die Kantine und die Umkleide-kabinen erneuert. Zwischendurch kam es immer wieder zu kleineren Umbauten, um dem vorgegebenen Reglement zu entsprechen.

Der gute Zustand des Sportplatzes ist auf die gute Arbeit der Platzwärter zurückzuführen. Im Laufe der letzten Jahre kam es auch zu einem Komplettausbau der Flutlichtanlage. Es ist nun auch möglich, Abendspiele auszutragen. Um den Sportplatz zu schonen, bemühte man sich schon über mehrere Jahre, einen Trainingsplatz anzukaufen. Dieses Unternehmen scheiterte jedoch meist an politischen und finanziellen Mitteln.

Mit der fussballerischen Leistung kam es von Anfang an immer zu einem Auf und Ab. So spielte und siegte man in den Anfgangsjahren auch gegen Leibnitz und Flavia Solva. Ein Platz an der Tabellenspitze war eigentlich ganz normal. Für Auswärtsspiele mussten für die Massen an Fans, die mitfahren wollten, Busse organisiert werden. Unvergesslich sind für manchen auch die Derbies gegen Gabersdorf, bei denen es auch schon im Vorfeld hitzig herging. Der letzte Meistertitel wurde in der Saison 1989/90 erreicht, wo beim letzten, meisterschaftsentscheidendem Spiel, an die 2000 Sportbegeisterte mitfieberten.

Es ist verständlich, dass das Interesse an den Spielen proportional zur spielerischen Leistung ist. Man muss aber auch sagen, dass es in St. Veit am Vogau immer leichter als in anderen Orten gewesen ist, die Bevölkerung für seine Spiele zu begeistern.

Ein Hauptanliegen der TUS St. Veit am Vogau war auch immer die Jugendarbeit. Zahlreichen Spielern wurde der Umgang mit dem Ball gelehrt. Viele von ihnen wurden leider von anderen Vereinen gekauft. Die finanziellen Mittel des machten es dem Verein leider nicht möglich, die guten Eigenbau-Spieler für die eigene Kampfmannschaft zu halten. Dies ist auch ein Grund dafür, dass St. Veit in der letzten Zeit eigentlich immer nur in den letzten Spielerklassen zu finden war. Man kann jedoch trotzdem stolz auf die Jugendarbeit sein, da sie vielen Jugendlichen eine Freizeitmöglichkeit bot, in der man viele Freunde gewinnen kann.

Viele Personen aus der Gemeinde übernahmen, die ehrenamtliche und verantwortungsvolle Tätigkeit des Obmannes oder eines Funktionärs. Nur durch diese Personen und den zusätzlichen "kleinen Helfern" war es möglich, den Betrieb des Sportvereines aufrecht zu erhalten. Das verantwortungsvolle Amt des Obmannes wurde seit der Gründung des Vereines von folgenden Männern ausgeführt:

  • Baumann Herbert

  • Braunegger Karl

  • Kohlberger Rupert

  • Lazian Karl sen.

  • Lazian Alfred

  • Mally Franz

  • Osswald Hermann

  • Prutsch Josef

  • Prutsch Werner

  • Tatzl Manfred

  • Vollmann Franz

Unvergesslich sind sicherlich auch die schon kurz erwähnten Faschingsumzüge, die auch als "St. Veiter Karneval" bekannt waren. Der erste Umzug fand 1968 statt.

Diese wurden jedes Jahr von 15.000 bis 20.000 Menschen besucht. Politische Führungskräfte zählten zu den Stammgästen. Ohne sich etwas einbilden zu wollen, kann man sagen, dass St. Veit ein Vorreiter für diese Art von Umzügen war.
Ein ständiger Begleiter der Umzüge war die im Jahre 1967, ebenfalls von Herrn Karl Lazian sen. gegründete Mädchengarde. Viele ihrer Auftritte wurden von Reportern und vom ORF verfolgt. Einer davon war der "Goldtransport nach Marburg" bei dem mit einer Pferdekutsche ein Koffer mit in Goldpapier gewickelter Schockolade in die jetzige Hauptstadt unseres südlichen Nachbarns geliefert
wurde.